Das Grabmal im Jammertal

Oberhalb des Mühlenteiches der Klostermühle befindet sich auf einer Wiese die Ruhestätte Österreichischer Soldaten. Inschrift: "Hier ruhen 200 Kaiserl.-Östr. Soldaten aus dem Rev. Krieg 1795"

Der Koalitionskrieg 1792 - 1797


Der erste von der Koalition Österreich und Preußen in der Zeit von 1792 bis 1797 gegen Frankreich geführte Krieg, den Frankreich selbst der Koalition erklärt hatte, galt dem Versuch, die Französische Revolution und ihre Auswirkungen einzudämmen oder gar ganz rückgängig zu machen. So war das Lahngebiet mit Westerwald und Taunus in den Jahren 1794 bis 1796 Aufmarsch- und Kampfgebiet des französischen Revolutionsheeres und der kaiserlich–österreichischen Truppen.

 

Am schlimmsten waren die Einwohner der Städte und Dörfer entlang der Heerstraße Nassau, Holzappel und Diez von diesem Krieg betroffen.


Im Jahr 1795 wurde Obernhof infolge des französischen Rückzugs vom Main zum Rhein zum Kriegsschauplatz. Während einer tagelang dauernden Kanonade zwischen Franzosen und Österreichern, waren die 170 Einwohner dazu gezwungen, die Keller zum Schutz aufzusuchen. Danach plünderten die Franzosen den Ort.

 

Der Obernhofer Pfarrer Johann Henrich Faber beschreibt in der Kirchenchronik die Kriegsdrangsale unter denen Obernhof zu leiden hatte:

„Im Jahre 1795 haben die Franzosen ganz Obernhof geplündert. Alles Geld, Weißzeug und Kleiderstücke mitgenommen, sogar die Grausamkeit betrieben, dass sie die Federn der Unterbetten aufschnitten: Die Federn beschmierten sie mit Öl, Honig und Eiern, damit sie unbrauchbar wurden. Wegen des Schießens mussten alle Einwohner sich in den gewölbten Kellern verbergen und den ganzen Tag daran halten. Doch ist niemand ums Leben gekommen.“


Pater Pascal Werner SSCC beschreibt die Situation auf Arnstein:

„Als die Franzosen am 20. September 1795 auch auf Arnstein einrückten, wurde die Abtei gebrandschatzt, geplündert und musste 200 Gulden bezahlen. Die Soldaten stahlen selbst das heilige Öl, so dass der Pfarrer von St. Margareten klagte, nicht einmal den Sterbenden habe er die letzte Ölung spenden können. Und es starben etwa 200 österreichische Soldaten und zwei Frauen [...] im Lazarett, das auf dem Kloster im gleichen Jahr eingerichtet wurde. Sie starben an den Folgen der Kampfhandlungen oder an Krankheiten.“


 

Der Text und die oben aufgeführten Bilder stammen alle aus dem Heimatbuch Obernhof 2010.

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