Der Weinbau an der Lahn - eine 800 Jahre alte Geschichte

Der Weinbau an der Lahn kann auf eine mehr als 800 Jahre alte Geschichte zurückblicken. Während vieler Jahrhunderte war er ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und hat Landschaft und Menschen geprägt.

 

Vom Einfluss des Klosters Eberbach im Rheingau ausgehend, entstand im 10./11. Jahrhundert der Terrassenweinbau an den Hanglagen der unteren Lahn, der sich bis zum 14. Jahrhundert vom Limburger Becken bis nach Lahnstein ausgebreitet hatte. Sicher ist, dass es 1159 in Nassau Weinberge gab, wahrscheinlich im Besitz des Wormser Domkapitels.

 

Nachdem 1224 auf Hof Hollerich, der ältesten Pflanzung Kloster Arn-steins, 1267 in Weinähr und 1300 in Dausenau Weinberge genannt werden, gibt es aus dem 14. Jahrhundert für jeden Ort von Diez bis zur Lahnmündung Urkunden über Weinbau.

 

Vor allem die Arnsteiner Urkunden enthalten Angaben über Gemar-kungs- und Lagebezeichnungen, über Größe und Preise von Weingärten, über Bewirtschaftung, Kelterhäuser usw. Das Kloster vergrößerte seinen Weinbergbesitz in fast allen Weinorten durch Kauf, Schenkung und Rodung und wurde führend im Weinbau an der unteren Lahn. In Weinähr, im eigenen Herrschaftsgebiet, schuf sich die Abtei durch Abrundung der Rebflächen ein ansehnliches Weingut in besonders guter Lage. Nach alter Überlieferung sollen die Mönche die Setzreben aus Burgund bezogen haben.

 

Weiterhin von größerer Bedeutung waren die Weingüter der nassau-ischen Landesherrschaft in Nassau, Dausenau, Bad Ems und Obernhof. Die Kellereirechnungen für das gemeinsame Amt Nassau enthalten u. a. Angaben über die jährlichen Erträge und Anbaukosten.

 

Zum Stillstand kam der Weinbau, der ständig intensiver Pflege bedurfte, erst im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648). Der Klosterhof Hollerich, im 16. Jahrhundert noch Weingut, wurde im 17. Jahrhundert auf Ackerbau umgestellt.

 

In Ems waren 1648 sämtliche Pfarrweingärten in der nahen Umgebung eingegangen. In Weinähr lagen noch 1689 Rebflächen brach. Die Weinberge von Laurenburg bis Kalkhofen hätten nach dem Kriege verwildert gelegen und seien von den Waldensern wieder bebaut worden, kann man den Chroniken entnehmen.

 

Texte und Bilder: Heimatbuch Obernhof 2010

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